Trekking Tag 9

Trekking Tag 9

Geschlafen haben wir kaum, da wir ja gerade erst von unserer Akklimatsierungstour kamen und so endete die kurze Nacht Sonntag um kurze nach 11. Im Halbschlaf habe ich mir dann bei öffnen der Toilettentür ziemlich viel Haut vom Finger weggerissen. Die Wunde hat dann heftig geblutet. Alles andere als ein guter Start in einen endlos erscheinenen Tag.

Nach dem Frühstück starteten wir dann gegen viertel vor 1 dick eingepackt und mit Stirnlampen bewaffnet Richtung Pass. Die Sternenklare Nacht war wunderschön und der einsetzende Schneefall sorgte für das perfekte Ambiente. Gegen 4:15 marschierten wir an Darahmsala vorbei und stiegen auf erstmals über 4500 Meter auf. Ab ca. 4700 Metern begannen sich langsam aber sicher Kopfschmerzen festzusetzen, die auch bis zum Pass anhalten sollten. Inzwischen ging die Sonne auf und der Schneefall hatte aufgehört, sodass wir mit Grödeln und Stöcken langsam aber sicher durch eine tief verschneite Landschaft stapften. Der Blick auf die umliegenden Riesen allen voran dem Manaslu waren atemberaubend. Die letzten Höhenmeter zum Pass zogen sich unendlich lang, der spürbar nachlassene Sauerstoffgehalt im Körper machte jeden Schritt unglaublich anstrengend. Der Weg zum Pass fühlte sich an wie ein schier endloser Weg durch eine nicht aufhörende Schneewüste. Einige brauchten Pausen, andere liefen die letzten Meter zum Pass lieber durch. Wäre ich stehengeblieben, wäre ich vielleicht nicht mehr weiter gelaufen.

Und dann waren wir endlich angekommen - am Larke Pass auf über 5100 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gefühl den Weg endlich geschafft zu haben war unbeschreiblich. Nach einigen Fotos und Späßen kam dann das Pulsoximeter zu mir und ich musste mit erschrecken feststellen, dass ich nur eine Sauerstoffsättigung von 67% hatte. Kurz danach machten wir uns zugügig auf den Abstieg, der sich lange zog. Wir stiegen viele Kilometer nur einge wenige Höhenmeter durch verschneite Ebene ab ehe wir vor uns einen neuen Giganten zu sehen bekamen - Annapurna! Ab da an wurde der hang steiler und mit jedem Schritt konnte ich feststellen wie ich wieder besser Luft bekam. Der Blick auf die neue Bergkette war atemberaubend. Wir machten dann am sogenannten Basecamp halt und aßen zu Mittag ehe wir weiter Richtung Bimthang absteigen. Meine Füße Taten tatsächlich kaum weh, aber mein Erschöpfungszustand nach 16 Stunden und 29 Minuten war bei Ankunft an der Lodge wahnsinnig. Nach einer kalten Wäsche (wie jeden Tag) gab es noch Abendessen und Bier ehe alle völlig entkräftet ins Bett fielen.

Ein verrückter Tag den selbst unser Guide so noch nicht gemacht hat. Eine Etappe des Treks aufgrund fehlender Betten zu überspringen scheint erst einmal irre, entpuppte sich aber als folgerichtig, denn das wetter einen tag später war bedeutend schlechter.

Diese Tour war mit weitem Abstand das anstrengende, was ich jemals gemacht habe.

Weitere Bilder

Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9
Trekking Tag 9